Jagdzeit jetzt

Die vier Verräter im Revier IV – Gelernt ist gelernt!

die vier verräter
Christian Heinz | 14 Min. Lesezeit
Ein Artikel aus Ausgabe 45

Im vierten und letzten Teil dieser Artikelserie versuche ich mich an ein heiß diskutiertes, weil mit so viel Unbekanntem und damit Interpretationsspielräumen behaftetes Thema anzunähern. Wie können Wildtiere aus den Bejagungsfehlern der Jäger lernen und daraus Vermeidungsstrategien entwickeln? Hat Wild einen sechsten oder gar siebten Sinn?

Dazu gibt es viele wissenschaftliche Untersuchungen, gut dokumentierte Beobachtungen von Wildtieren, aber auch unreflektiert aufgestellte, falsche Behauptungen. Ich versuche hier als Basis einen kurzen Überblick zu schaffen und dann wieder Anwendungsbeispiele aus der Praxis aufzuzeigen.

Text: Christian Heinz
Fotos: Christian Heinz und Thomas Tscherne

 

Im Tierreich ist eine Spezies besonders gut erforscht, nämlich unser treuer Begleiter, der Hund! Ich wage daraus zu schließen, dass unser Schalenwild nach ähnlichen Mustern lernt und beginne daher mit ein paar Erkenntnissen von Dr. Tillmann Klinkenberg. In seinem Buch „Hundeerziehung ohne Zwang“ kommt er zu dem Schluss, dass Hunde durch Verknüpfung, das bedeutet das gleichzeitige Erleben eines Auslösers und einer Emotion, lernen. Als Beispiel hat sich dazu unfreiwillig mein Hund Luk zur Verfügung gestellt. Ich habe einen Elektrozaun aufgestellt, um unsere Schafe davon abzuhalten ihrer Wege zu gehen. Als Luk sich sehr fokussiert an die Schafe heranmachen wollte, traf ihn der Stromschlag, seitdem fürchtet er die Schafe, auch ohne Stromzaun! Aber eben nur unsere Schafe, alles andere liebt er zu hetzen und zu verbellen.

 

Hunde leben nur in der Gegenwart

Weiter behauptet Dr. Klinkenberg, dass Hunde nur in der Gegenwart „leben“, nicht in die Zukunft denken und somit auch nicht planen können. Sie haben aber sehr wohl ein gutes Gedächtnis, aus dem sie in verschiedenen Situationen Erinnerungen abrufen....

Sie haben schon ein Abo? Jetzt anmelden ›
Sofort weiterlesen?
Jetzt Abo abschließen
... und sofort Zugang zu allen Ausgaben erhalten
DIGITAL Abo
DIGITAL Abo 6,90 € / pro Monat
Erhalten Sie unbeschränkten Zugang zu allen digitalen Ausgaben – 7 Tage kostenlos testen!
Mehr Erfahren
Beliebteste Option
PLUS Abo
PLUS Abo 85,00 € / jährlich
Sparen Sie 30%! Sie erhalten vier Jagdzeit Ausgaben im Jahr plus unbeschränkten Zugang zu allen Artikel in digitaler Form.
Mehr Erfahren
PRINT Abo
PRINT Abo 85,00 € / jährlich
Erhalten Sie vier mal im Jahr eine hochwertige Ausgabe der Jagdzeit!
Mehr Erfahren

Weitere relevante Artikel

Die vier Verräter im Revier III – Der Hörsinn als Alarmanlage mit Parametern

die vier verräter
Christian Heinz | 16 Min. Lesezeit
Die Strategie der akustischen Wahrnehmung beim Wild – das Vernehmen – ist wahrscheinlich der menschlichen recht ähnlich, wobei Intensität und Fokussierung doch unterschiedlich sind. Diesen Umstand machen sich Jäger auch bei der Überlistung ihrer Beute zunutze. Wie schon in den beiden vorangegange...

Die vier Verräter im Revier I – Der Menschliche Geruch

die vier verräter
Christian Heinz | 15 Min. Lesezeit
Die meisten unserer Beutetiere sind uns, die Sinne betreffend, haushoch überlegen und trotzdem hat sich die Chancengleichheit durch die Entwicklung weitreichender Feuerwaffen massiv zu Ungunsten unserer Jagdbeute verschoben. Allerdings schwindet die Aussicht auf einen Erlegerbruch mit einer akti...

DEUTSCHLAND – Hundert Jahre Bundesforst Grafenwöhr

rotwild deutschland
Dr. Rolf D. Baldus | 4 Min. Lesezeit
Text: Rolf D. BaldusFotos:  Joachim GebhardtMit einem Schuss aus einer M109A6 Paladin Haubitze, dem modernsten Gerät der US-Armee, gedachte am 30. Juni pünktlich um 8 Uhr eine hochrangige Versammlung von amerikanischen und deutschen Generälen, Mannschaften, bundesstaatlichen Förstern, Oberpfälzer...