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Editorial

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Bernd Kamphuis | 1 Min. Lesezeit
Ein Artikel aus Ausgabe 57

Jagd und Zeit

 

Neulich habe ich mich mit einem älteren afrikanischen Berufsjäger unterhalten und wir kamen auf das Thema Zeit zu sprechen. Er vertrat eine klare Meinung, wenn es in dem Kontext um die Jagd ginge und sagte, dass man zuhause bleiben solle, wenn man keine Zeit habe. Denn ohne Zeit sei Jagd nichts wert. Er nehme sich die Zeit. Und er brauche sie auch, um sich auf den Busch, seine Stimmen und Gerüche, seine Farben und Formen einlassen zu können. Ich fand das spannend, bestätigte innerlich diese Meinung und wusste doch, dass ich die Jagd manchmal zu sehr zwischen Termine presse.

Zeit ist ein wesentlicher Faktor in unserem Leben. Wir bekommen sie geschenkt, wissen aber nicht, wie viel wir geschenkt bekommen haben. „Keiner kommt hier lebend raus“, ist eine schlichte, aber wahre Erkenntnis.  

In der Jugend, frei und ungebunden, hat man sehr viel Zeit, ist sich dessen aber nicht bewusst. Wenn dann Beruf, Familie, Kindererziehung usw. in den Vordergrund rücken, weiß man plötzlich, dass man nur noch wenig Zeit hat für die Dinge, die mal mit verschwenderischer Fülle vorhanden waren.  

Im vergangenen Jahr hatte ich die Gelegenheit, einen Jäger für volle drei Wochen in Tansania zu begleiten. 21 Jagdtage – ein Traum. Real aber ist die Zeit verflogen, wie im Rausch an uns vorbeigerast. Aber als Jäger, auch wenn man lediglich als Begleiter dabei ist, hat man viele Dinge, die einen an die jeweilige Jagd erinnern. Und darauf kommt es an. Dass man sich erinnert. Franz Grillparzer hat es einmal so formuliert: Monde und Jahre vergehen, aber ein schöner Moment leuchtet das Leben hindurch.  

So möge es sein. Lassen Sie es leuchten!

Ihr

Bernd Kamphuis

 

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