Die ähnlich lautende Redewendung in Bezug auf „Frauenüberschuss“ kennt wohl jeder, aber kaum ein Waidmann hat die Möglichkeit, in freier europäischer Wildbahn auf einen Truthahn zu jagen.
Text Dr. Frank B. Metzner
Fotos Dr. Frank B. Metzner, Adobe Stock (Paul, tomreichner)
Mein Begleiter Matthias (52) und ich sind schon am Vortag angereist und genießen die erste Frühlingssonne des Jahres. Vor Ort treffen wir auf den Outfitter Karel (45) und den Jagdguide Sergej (33), die uns sogleich mit Informationen versorgen: „Die Bejagung erfolgt hier mit vier bewährten, klassischen Methoden. Die Ansitzjagd ist die beliebteste Methode, um Wildtruthähne aus sicherer Deckung zu beobachten und zu erlegen. Die Pirschjagd erfordert Ruhe, Geduld und Geschick, da sich der Jäger schleichend an das Wild annähert. Bei der Lockjagd ahmt man durch verschiedene Lockrufe die Truthähne nach und bringt die Hähne zum Zustehen. Und dann gibt es noch die Lockjagd mit Dummys, eine effektive Methode, um dominante Truthähne herauszufordern und am Platz zu binden.“
Bei allen Varianten geht man hier zu Fuß von einem alten Jagdhaus aus gute fünfzehn Minuten über einen Weg und mehrere Schonungen zu abgeernteten Feldern und Waldlichtungen. Zunächst versucht der Guide, mit dem sogenannten Strut-Commander-Holz zu locken. Des Weiteren sind dort verschiedene Lockbilder aufgestellt, zu denen sich die Hähne gesellen und sich dort lange aufhalten.

Obwohl uns bekannt ist, dass „Federwild auf jeder Feder ein Auge hat“, sind wir nur in einfaches jagdliches Grün gekleidet, nutzen aber natürliche Gegebenheiten als Deckung und nähern uns leicht geduckt an. Anblick haben wir schon nach einer Stunde, auch ein Kollern ist zu vernehmen.
Nun kommen wir am ...