Jagdzeit jetzt
Newsletter Anmeldung
Die Abmeldung vom Newsletter ist jederzeit möglich.

FRANKREICH - Die Kunst des französischen Jagdhornblasens ist Weltkulturerbe

jagdhorn kultur tradition
Johann Hendrik Mohr | 8 Min. Lesezeit
Ein Artikel aus Ausgabe 46

„... des tönenden Erzes Jubelklang!“*         

 

Auf ihrer Sitzung vom 17. Dezember 2020 beschloss die UNESCO, folgenden neuen Eintrag in die repräsentative Liste des immateriellen Weltkulturerbes aufzunehmen: „L’art musical des sonneurs de trompe, une technique instrumentale líée au chant, à la maîtrise du souffle, au vibrato, à la résonance des lieux et à la convivialité.“ (Die Kunst der Jagdhornbläser, einer Technik, die Gesang, Atemkontrolle, Vibrato, Ortsresonanz und Geselligkeit verbindet; unverbindliche Übersetzung des Autors). Den Antrag hierzu hatten die Länder Frankreich, Belgien, Luxemburg und Italien gestellt. Es ist ihr Verdienst, dass nunmehr die Kunst des französischen Jagdhornblasens als ein weiteres Zeugnis europäischer Jagdkultur international gewürdigt und geschützt wird.

Text: Johann Hendrik Mohr

Fotos: Adobe Stock (CHG, jeanma85) 

 

Hörner wurden schon seit jeher als Signalinstrumente auf der Jagd eingesetzt. Im Mittelalter musste man sich mit eintönigen, kurzen Instrumenten zufrieden geben. Erst als im 16. Jahrhundert die Kunst wiederentdeckt wurde, Hörner aus Metall zu fertigen, konnten dann schon mehrtönige Signale geblasen werden.

Die Kunst des Jagdhornblasens allerdings, wie sie jetzt von der UNESCO geehrt wurde, reifte in Frankreich erst während der Herrschaft Ludwigs XIV. (1638-1715) und erreichte ihren Höhepunkt unter der Regierung seines Nachfolgers, Ludwig XV. (1710-1774). Diese Entwicklung ist untrennbar mit dem Namen Marc-Antoine Marquis de Dampierre (1676-1756) verbunden. Dieser adlige Höfling war leidenschaftlicher Jäger und seit 1722 königlicher Jagdmeister (Gentilhomme des Menus-Plaisirs). Als Musiker muss er ein charismatischer und virtuoser Bläser gewesen sein, der sein Instrument durch sein Können zum Modeinstrument nicht nur am französi...

Sie haben schon ein Abo? Jetzt anmelden ›
Sofort weiterlesen?
Jetzt Abo abschließen
... und sofort Zugang zu allen Ausgaben erhalten
DIGITAL Abo
DIGITAL Abo 6,90 € / pro Monat
Erhalten Sie unbeschränkten Zugang zu allen digitalen Ausgaben – 7 Tage kostenlos testen!
Mehr Erfahren
Beliebteste Option
PLUS Abo
PLUS Abo 85,00 € / jährlich
Sparen Sie 30%! Sie erhalten vier Jagdzeit Ausgaben im Jahr plus unbeschränkten Zugang zu allen Artikel in digitaler Form.
Mehr Erfahren
PRINT Abo
PRINT Abo 85,00 € / jährlich
Erhalten Sie vier mal im Jahr eine hochwertige Ausgabe der Jagdzeit!
Mehr Erfahren

Weitere relevante Artikel

Klassische Jagdgewehre Teil XXII - Verney-Carron: Bockdoppelbüchse "SX", Flinten-Wechsellauf

tradition klassische jagdgewehre frankreich
Dr. Frank B. Metzner | 0 Min. Lesezeit
BJ 2012, Kal. .450/400 Nitro Express 3", 61 cm Läufe, Schaftlänge 38,7 cm, Ejektoren, Gew. 3,7 kg, Boxlock, buntgehärtete Basküle, minimal verzierende Gravuren und Firmenschriftzug, Doppelabzug, Standvisier, Schiebesicherung am Kolbenhals, kontrastierend gemaserter Nussholzschaft mit leichter Mon...

AFRIKA - Echte Vollgeschosse: Solids!

afrika tradition munition
Bernd Kamphuis & Felix Wilmes | 9 Min. Lesezeit
Im Rahmen zweier Artikel wurden in den beiden vorangegangenen Ausgaben Geschoss-Konstruktionen vorgestellt, die unter den meisten denkbaren Szenarien funktionieren und verlässlich töten. Das Thema Vollmantelgeschosse versus Vollgeschosse (Solids) stellt eine eigene, eher exotische Nische dar, die...

Klassische Jagdgewehre XXI - Claude Bouchet-Flamarens: Seitenschloss-Doppelbüchse

tradition klassische jagdgewehre frankreich
Dr. Frank B. Metzner | 0 Min. Lesezeit
BJ 2000, Kal. .577 Tyrannosaur, 59 cm Läufe, solider Monoblock, 35,2 cm Schaftlänge, Gew. 10,5 kg, Auszieher, verstellbares Expressvisier, rechtsseitiger Öffnungshebel, stiftlose Seitenschlosse, rückliegenden Federn, mechanischer nicht umschaltbarer Einabzug, zwangsgesteuerte Abzugsstangen, verst...