Die Jagd auf den Alpen-Steinbock ist per se eine herausragende Erfahrung. Und es muss nicht immer der kapitale alte Bock sein, denn das Erlebnis am Berg ist das gleiche. In Tirol hat unser Autor eine solche jagdliche Sternstunde erleben dürfen.
Text & Fotos Michael Herter
Bislang hatte ich die Jagd auf den Europäischen Steinbock vor allem mit extrem teuren Jagden auf kapitale und alte Ernteböcke verbunden. Zudem oftmals auch als jagdlich nicht sonderlich herausfordernd, weil diese alten Burschen nicht überall das von der Jagd gewohnte Fluchtverhalten an den Tag legen. Diese Sichtweise änderte sich bei meiner letzten Jagd auf Gams, als mir mein Jagdführer von einer Jagd auf einen jungen Steinbock berichtete, an der er kürzlich teilgenommen hatte. Die Jagd hatte in Österreich in einem Privatrevier stattgefunden und war laut seiner Schilderung vor allem aufgrund des hochalpinen Charakters ein forderndes und besonderes Erlebnis gewesen. Und was ich auch sehr interessant fand: Die Kosten unterschieden sich nicht wesentlich von denen bei der Jagd auf einen starken Gamsbock! Meine Neugier war geweckt und die darauffolgende Recherche ergab, dass es neben einiger Angebote in Privatjagden, wofür mir aber die richtigen Kontakte fehlten, auch noch die Möglichkeit einer Steinbockjagd in der Tiroler Landesjagd Pitztal gibt. Im zeitigen Frühjahr erstellte ich online mein Bewerbungsschreiben, wobei ich mich neben einem Bock der Klasse III auch für Steingeiß und Jährling bewarb. Es ging mir nicht um die Trophäe, sondern um das Jagderlebnis auf eine außergewöhnliche und für mich neue Wildart. Ich erwartete, dass die Nachfrage hier vielleicht höher sein würde als das Angebot, und so war ich auch nicht sehr überrascht, als Ende April eine Absage per E-Mail bei mir ankam. Ohne allzu große H...