Jagdzeit jetzt
Newsletter Anmeldung
Die Abmeldung vom Newsletter ist jederzeit möglich.

EU: Kommission will auf einem Zehntel der Fläche der Europäischen Union die Jagd verbieten

30.11.2020, 12:18 | Meldungen

Die Europäische Kommission will auf einem Zehntel der Landfläche in der Europäischen Union die Jagd verbieten. Dies ist Teil der Biodiversitätsstrategie für 2030, die in Brüssel gerade ausgebrütet wird.

 

30% der Landflächen sollen als Schutzgebiete eingerichtet werden und 10% wären „streng geschützt.“ Im EU-Text heißt es: “Dies bedeutet, dass streng geschützte Gebiete von natürlich vorkommenden Lebensräumen und Arten eingenommen werden und für sich alleine, oder zusammen mit Pufferzonen mit einem niedrigen Schutzniveau, eine ausreichende Größe haben sollten, um sicherzustellen, dass natürliche Prozesse, von denen sie abhängen, nicht gestört werden. Extraktive Tätigkeiten wie Bergbau, Fischerei, Jagd oder Forstwirtschaft sind mit diesem Schutzniveau nicht vereinbar.“

 

Interessant ist, dass hier nachhaltige Bewirtschaftungsformen mit extraktivem Bergbau gleichgestellt werden. Großzügigerweise soll für diese streng geschützten Gebiete das Betretungsrecht der Bevölkerung weiterhin gelten. Auch Tourismus und Windkraftanlagen wären möglich.

 

Ähnlich wie bei der unklaren Definition von „Feuchtgebiet“ im EU-Verbot von Bleischrot sind auch in diesem Fall die Definitionen verschwommen. Ebenso erschließen sich die Prozentsätze der Schutzgebiete in den unterschiedlichen Vermerken und Papieren noch nicht eindeutig.

 

Klar ist jedenfalls, dass ein großer Eingriff in die Eigentumsrechte der Landbesitzer geplant ist. Die von Interessenvertretern vor sich her hergetriebenen Bürokraten wollen nachhaltige Formen der Landnutzung, einschließlich der Forstwirtschaft, erheblich einschränken. Vom Menschen gestaltete Naturlandschaft soll weiträumig dem Urwald Platz machen. Dass Jagd auch in Naturschutzgebieten in den meisten Fällen erforderlich ist, wird ignoriert. Das Verbot nachhaltiger Nutzung, z.B. der Jagdausübung, steht im Widerspruch zur europäischen Charta über Jagd und Biodiversität und der UN-Konvention über die Erhaltung der Artenvielfalt, um nur zwei zu nennen.

 

Verbände wie das Aktionsbündnis Forum Natur haben frühzeitig die Ziele der neuen europäischen Biodiversitätsstrategie unterstützt und ihre Mitwirkung angeboten. Jetzt kann man nur hoffen, dass alle Verbände der Jäger, Angler, Waldbesitzer und anderer Naturfreunde und -nutzer in ganz Europa diese Pläne aus der Giftküche der Europäischen Kommission schnellstmöglich dahin befördern, wo sie hingehören: in die Mülltonne. Erst danach kann man vernünftig über zukünftigen Naturschutz reden.
rdb

Weitere interessante Artikel

Überleben in Extremsituationen VIII – Lebensrettende Fähigkeiten und Werkzeuge

survival überleben in extremsituationen
Douw Kruger | 9 Min. Lesezeit
Feuer machen ohne Feuerzeug. Seile flechten aus Naturfasern. Und einfache, aber wirksame Verteidigungswaffen und Werkzeuge wie Knüppel und Speere herzustellen, kann im Busch Leben retten. Man muss nur wissen wie. Überlebenstrainer und Berufsjäger Douw Kruger hat alle nötigen Tipps parat. Text...

Die wasserfeste Heym

heym waffenmanufaktur waffentest simbabwe
Dr. Frank B. Metzner | 47 Min. Lesezeit
Der bekannte Berufsjäger Ivan Carter nutzt seit über einem Jahrzehnt eine Heym 88 PH, die sogar einmal drei Tage im Sambesi lag. Exklusiv für Jagdzeit stellen wir Ihnen diesen Mann, seine Waffen und seine außergewöhnlichen Jagden vor. Ivan Carter ist 40 Jahre alt, groß, schlank, durchtrainiert. O...

Kleider machen Beute Teil VII – Bekleidung für Tropen und Subtropen

kleider machen beute
Felix Wilmes | 8 Min. Lesezeit
Was in den heimischen Wäldern recht und billig ist, kann auf der anderen Seite des Globus höchst ungeeignet sein oder schlimmer noch, in Extremsituationen das Überleben gefährden. Wir führen Sie in dieser Serie durch den rasant wachsenden Dschungel aus Stoffen, Schichten und Membranen und ze...