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Kenia: "Tod in der Wildnis" - Vorwürfe gegen Kenya Wildlife Service

21.10.2020, 14:43 | Meldungen

In der kenianischen Tageszeitung „Standard“ erhebt der Journalist Daniel Wesangula schwere Vorwürfe gegen die staatliche Wildschutzbehörde des Landes, den „Kenya Wildlife Service“.

Unter der Überschrift „Tod in der Wildnis“ berichtet er von Morden und Folter im Namen des Wild- und Naturschutzes. Ähnliches gebe es auch bei der Forstbehörde. Der auf Menschenrechte spezialisierte Freie Journalist spricht von „wenigstens Dutzenden Todesfällen und Entführungen“. Er vermutet ein „Elite-Killer-Kommando“ innerhalb der staatlichen Behörde mit der alleinigen Aufgabe, Morde durch das KWS-Personal zu verschleiern. Allein in einem einzigen Dorf gebe es 400 dokumentierte Fälle von Tötungen, verschwundenen Personen oder Folter.

In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Vorwürfe dieser Art in Kenia. Im Dezember 2019 hatten Parlamentsabgeordnete aus dem Isiolo Distrikt die Aufklärung solcher Fälle gefordert. Der KWS hat bereits im vergangenen Jahr die Anschuldigungen entschieden dementiert.

Die kenianischen Wildhüter wurden in den verangenen Jahren hunderte Mal beschossen und in Feuergefechte verwickelt. Das Dauerphänomen Wilderei ist vielfach mit anderen Formen der Kriminalität eng verwoben, z.B. mit Viehdiebstahl, Morden und Entführung junger Frauen. Vor allem im unruhigen Norden des Landes tragen viele Viehhirten, oft noch Kinder, ihre Kalaschnikov mit sich herum und zögern auch nicht, die Waffe wegen Nichtigkeiten einzusetzen. Auch die islamischen Terroristen der al-Shabaab Miliz treiben sich im Busch herum und sind für zahlreiche Morde verantwortlich.

Vor dem Hauptquartier des KWS steht ein Denkmal mit über 60 Namen getöteter Ranger. Das „Conservation Heroes Monument“ sieht wie ein Kriegerdenkmal aus. So etwas Ähnliches ist es auch. rdb

Am 16.12. 2019 begeht man am Denkmal im Nairobi Nationalpark anlässlich des alljährlichen Gedenktages der „Helden des Naturschutzes“ der ermordeten Wildhüter.

Foto: Kenya Wildlife Service