Jagdzeit jetzt

Kommission will Elfenbeinhandel in der EU verbieten

30.01.2021, 14:55 | Meldungen

Die Kommission hat am 28. Januar ein komplettes Verbot des Elfenbeinhandels in der Europäischen Union vorgeschlagen. 

Zwar gilt die EU überhaupt nicht als Problemregion in Bezug auf den illegalen Elfenbeinhandel. Doch will die Kommission mit der weiteren Verschärfung der bestehenden Vorschriften bekräftigen, dass sich die EU weltweit gegen die Elefantenwilderei und den Elfenbeinhandel einsetzt. „Mit den neuen Regeln sendet die Europäische Union ein klares Signal, dass Elfenbein keine Ware ist und dass wir den Handel damit verbieten müssen“, so Exekutiv-Vizepräsident Frans Timmermans.

Ob eine solche Symbolpolitik irgendwelche Auswirkungen auf Wilderei und illegalen Handel hat, ist unbewiesen und zweifelhaft. Jedenfalls hat die EU auch mit dieser Entscheidung wieder einmal dem Druck der finanzstarken Anti-Nutzungslobby in Brüssel stattgegeben. 

Der Kommissionsvorschlag will de facto den Handel mit Elfenbein verbieten. Ausnahmen geben soll es nur für Musikinstrumente, die vor 1975 legal erworben wurden, und für den EU-internen Handel mit Antiquitäten, der nur mit einer Genehmigung möglich sein wird.

Aus Ländern wie Großbritannien oder Australien, in denen ähnliche Verbote bereits in Kraft sind, werden aberwitzige Auswirkungen auf den Handel mit Antiquitäten berichtet, von einem Wust an kaum umsetzbarer, neuer Bürokratie bis hin zu Kulturzerstörung. Antiken Klavieren werden die Elfenbeintasten herausgerissen und Antiquitäten werden wertlos. In der Öffentlichkeit ist auch nicht bekannt, dass in zahlreichen in Gebrauch befindlichen Musikinstrumenten kleine Mengen an Elfenbein verarbeitet wurden. Sie zu transportieren wird für die Künstlerinnen und Künstler zunehmend zum Albtraum. Durch die neuen Verbote werden zudem alle diejenigen Personen enteignet, die im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen Elfenbein aus der Zeit vor der CITES-Konvention im Besitz haben oder solches Elfenbein legal erworben haben.

Bis zum 26. Februar können Interessierte den Entwurf noch einmal kommentieren. Dann wird die Kommission entscheiden. Fraglos wird sie, genau wie bei der öffentlichen Konsultation zur Vorbereitung der Verordnung nur der Verbotsfraktion Gehör schenken.

rdb

>Zum Entwurf<

Weitere interessante Artikel

INDIEN – Man-Eater, Teil II

indien leopard interview
Dr. M. Metzner | 9 Min. Lesezeit
Geschichten über mutige Männer, die Menschenfressern in den indischen Dschungeln nachstellten, gibt es viele. Aber diese sind meist viele Jahrzehnte alt, wie die von Jim Corbett, Kenneth Anderson oder dem deutschen Werner Fend. Jagdzeit International hat einen der wenigen noch lebenden Jäger ausf...

Der Ernstfall Teil VIII – Der Puma-Hinterhalt

der ernstfall
Dr. Frank B. Metzner | 8 Min. Lesezeit
Ein Angriff von einem Berglöwen – dem Puma – ist selten, kommt aber immer wieder vor. Einer der ganz wenigen, der von einer Kamera dokumentiert wurde, hat Jim Shockey ereilt – und wurde im letzten Moment abgewehrt. Jim Shockey (63), ein international bekannter Jäger, ist der zurzeit bekannteste ...

DOWN UNDER – Jagen im Outback

banteng australien wasserbüffel büffel
Roland Zobel | 27 Min. Lesezeit
Wasserbüffel und Banteng sind die großen Wildrinder Australiens, die Jäger immer wieder in ihren Bann ziehen. Glücklich, wer beide Arten bejagen kann! Keine befestigten Straßen, keine Farmen, keine Zäune – nur die weite Wildnis des Arnhemlandes erwartet uns auf dem Weg ins Buffalo Camp, einem Fly...