So schwarz war der löchrige Teer, dass er jede Art von Licht sofort schluckte. Die von Sonne und Sand erblindeten Scheinwerfer des 76er Troop Carrier wirkten dagegen wie müde Petroleumfunzeln. Irgendwo im Dunkeln blinkte ein gelbes Licht. Sehr schwach nur, aber auffällig genug, um unseren Fahrer abrupt in die Eisen steigen zu lassen. In Zeitlupe rollte der Toyota an einem Traktor vorbei. Davor ein zerbeultes Fahrrad und sehr viel Blut, das sich dickflüssig über die gesamte Straße ergoss. Ich blickte in die starren Augen einer Leiche mit schwerstem Schädeltrauma. Polizei? Fehlanzeige. Willkommen in Afrika.
Text & Fotos Felix Wilmes

Volle acht Jahre hatte es gedauert, bis ich eine neue Chance bekam. Acht Jahre des Bangens und der Ungewissheit. Dass es nun doch noch klappen sollte, erschien fast wie ein Wunder. Meine Erwartungen hatte ich auf ein Mindestmaß herab geschraubt: Wild zu verlieren ist immer hart. Das schlechte Gewissen, die quälenden Gedanken ob des verursachten Leids halten lange an. Wer aber seinen ersten Büffel verliert und einen noch dazu kostspieligen Traum platzen sieht, der wird dieses erschütternde Erlebnis nie wieder los. Mit einer gesunden Portion Skepsis lehnte ich mich daher zurück und wartete ab, welche Überraschungen nun auf mich warten würden. Meine Gelassenheit verdankte ich einem gewachsenen Schatz an Erfahrungen. Nach dem Desaster im Selous hatte ich wiederholt Waidmannsheil auf Büffel und mehrfach auch auf Elefanten. Allesamt spannende, harte Jagden per pedes mit guten, erfahrenen Jägern im Lowveld Simbabwes. Dass die „Wiedergutmachungs-Jagd“ nun im ikonischen Land der Massai stattfinden sollte – eine der wohl teuersten Destinationen, die der afrikanische Kontinen...