Text Michael Herter
Fotos Mathias Melmer (Steinbockzentrum)
Auf dem „Schrofen“ oberhalb von Sankt Leonhard, schon recht weit hinten im Pitztal gelegen, befindet sich im felsigen und bewaldeten Hang das Tiroler Steinbockzentrum. Es besteht aus einem Museum und einem Freigehege sowie weiteren Highlights.
Bereits im Eingangsbereich des Museums begrüßt ein eindrucksvolles Ganzpräparat eines kapitalen, alten Steinbocks den Besucher. Anhand eines weiteren Knochenpräparats – eines vierzehnjährigen Bocks – wird der Aufbau und das Wachstum des Gehörns anschaulich erklärt. Im weiteren Verlauf des Rundgangs gibt es wissenswerte Informationen über die Geschichte des Pitztals, der Schwerpunkt liegt aber weiterhin beim Thema Steinwild. Die lokale Ausrottung dieser edlen Wildart begann bereits im 15. Jahrhundert, Mitte des 16. Jahrhunderts gab es kein Steinwild mehr im Tal. Der Hauptgrund der gnadenlosen Verfolgung war der Aberglaube an die Heilkräfte, die fast jedem Körperteil zugeschrieben wurden: Horn, Bezoare (Magensteine), Herzkreuz, Fersengelenk und Blut, ja selbst die Exkremente sollten jeweils ihre eigene Wirkung haben.

Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts gab es dann kein Steinwild mehr im Pitztal. 1952 wurde ein erster Versuch einer Wiederansiedlung unternommen, dieser misslang wohl auch aufgrund ungeeigneter Bedingungen im zur Verfügung gestellten Eingewöhnungsgehege. Nur ein Jahr später wurde ein weiterer Versuch gestartet, der dann erfolgreich verlief und damit die Basis für das heute größte Vorkommen des Alpensteinbocks in den Ostalpen legte. Die Landesjagd Pitztal war hieran maßgeblich beteiligt.
Weitere Ausstellungsbereiche widmen sich noch der langen Geschichte der Photographie im Pitztal mit teilweis...