Jagdzeit jetzt
Newsletter Anmeldung
Die Abmeldung vom Newsletter ist jederzeit möglich.

Kein Quadratmeter mehr Lebensraum für den Rothirsch Deutsche Wildtier Stiftung: Baden-Württemberg zementiert seine wildfeindliche Politik

14.12.2020, 11:04 | Meldungen

Die Rentiere von Santa Claus bekommen in der Weihnachtszeit harte Konkurrenz: Der Rothirsch kommt! Bei der Adventsdeko stehen Hirsche seit ein paar Jahren in der vordersten Reihe und machen sogar Engeln und Nikoläusen den Stammplatz streitig. Leider erfahren die echten Vorbilder draußen in Wald und Flur viel weniger Akzeptanz. „Viele Waldbesitzer und Förster sehen im Rothirsch nur einen unerwünschten Schädling, der die jungen Bäume vernichtet“, sagt Hilmar Freiherr v. Münchhausen, Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung. Bestes Beispiel: In Baden-Württemberg wurde gerade erst eine Richtlinie verlängert, nach der der Rothirsch auf 96 % der Landesfläche per Gesetz ausgerottet werden muss. Damit ist das grün-regierte Baden-Württemberg mit Abstand Schlusslicht in Deutschland.

Die Deutsche Wildtier Stiftung hat sich über ein Jahr lang für mehr Rotwildlebensraum in Baden-Württemberg eingesetzt und die Stimme für dieses faszinierende Wildtier erhoben. Die Plakate eines deplatzieren Rothirsches vor Graffitis und an Bahngleisen waren nicht nur am Stuttgarter Hauptbahnhof ein echter Hingucker. Mit der „Post vom Hirsch“ hat den grünen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann und alle Landtagsabgeordneten Baden-Württembergs die Forderung der Deutschen Wildtier Stiftung nach mehr Rotwildlebensraum erreicht. „Dass Rothirsche im Ländle keinen guten Stand haben, pfeifen jetzt die Spatzen von den Dächern“, so Münchhausen. Über drei Millionen Menschen wurden in den unterschiedlichen Medien erreicht und die Petition „Freiheit für den Hirsch“ hat 42.000 Unterschriften gesammelt. Nun beschäftigt sich der Petitionsausschuss des Landtages mit der Petition.

Leider ließen die Reaktionen der meisten Landespolitiker wenig Wohlwollen für den Rothirsch erkennen: Man sei zwar grundsätzlich für mehr Lebensraum für den Rothirsch in Baden-Württemberg, doch müsse man erst einmal die Konflikte zwischen Rothirsch und Waldbau in den bestehenden Rotwildgebieten lösen. Tatsächlich versteckt sich die Landespolitik seit Jahrzehnten hinter diesem Argument - dem Rothirsch wurde seither allerdings kein Quadratmeter mehr Lebensraum zugestanden. In Kürze soll nun ein Forschungsprojekt starten, in dem es darum geht, den derzeitigen Umgang mit dem Rothirsch in Baden-Württemberg auf den Prüfstand zu stellen. Doch egal zu welchen Ergebnissen das Projekt kommen wird: Die Wildtierpolitik Baden-Württembergs wird sich zukünftig auch daran messen lassen müssen, wieviel neuen Lebensraum sie dem Rotwild zugestehen wird. 

PM Deutsche Wildtier Stiftung 

Mehr zum Thema erfahrt Ihr in unserem Jagdzeit Podcast “Rotwild besser bejagen” mit Dr. Andreas Kinser von der Deutschen Wildtier Stiftung:  >Hier klicken<

Weitere interessante Artikel

FANGSCHUSSWAFFE – … und sie dreht sich doch!

fangschuss kurzwaffe revolver
Peter Kersten | 10 Min. Lesezeit
Es ist ein Kampf der Argumente, könnte man meinen. Aber sind es tatsächlich Argumente, die im Streit um die bessere Tauglichkeit von Revolver oder Pistole vorgebracht werden? Nein, ich glaube nicht. Meist sind es Ansichten – die jeder zu haben durchaus berechtigt ist, die aber nur für den die abs...

Überleben in Extremsituationen XII – Essbare Pflanzen Teil II

überleben in extremsituationen survival
Douw Kruger | 8 Min. Lesezeit
Sollte man in die Situation kommen, sich für einige Zeit im afrikanischen Busch durchschlagen zu müssen, dann gilt die größte Angst oft dem fehlenden Essen. Auch wenn man notfalls für viele Tage, ja sogar wochenlang ohne Nahrung auskommen kann, ist dieser Umstand beängstigend. Wie findet man also...

PRONGHORN II – Jäger willkommen!

nordamerikas wildarten usa pronghornantilope
Bernd Kamphuis | 3 Min. Lesezeit
In großen Lettern steht es eingangs des Städtchens Gillette auf überdimensionalen Plakaten geschrieben: Hunters welcome! Im Bundesstaat Wyoming freut man sich über Jäger. Im Oktober 2011 habe ich in Wyoming auf Pronghorn gejagt. Einige Impressionen und Tipps zur Vorbereitung auf eine solche sehr ...