Jagdzeit jetzt
Newsletter Anmeldung
Die Abmeldung vom Newsletter ist jederzeit möglich.

UN-Tag der Artenvielfalt am 22. Mai:

21.10.2020, 14:42 | Meldungen

Deutschland will gegen Wildtierhandel vorgehen

Anlässlich des heutigen Internationalen Tags der Artenvielfalt kündigte Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) eine deutsche Initiative gegen Wildtiermärkte und Wildtierhandel an. Gemeinsam mit WWF, der amerikanischen „Wildlife Conservation Society“ und der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt startete er im Berliner Zoo eine „Internationale Allianz gegen Gesundheitsrisiken im Handel mit Wildtierprodukten“.

Müller: „Je mehr die natürlichen Lebensräume schrumpfen, desto größer ist die Gefahr, dass Viren vom Tier auf den Menschen überspringen. Corona ist das jüngste Beispiel.“

Der selbstbewusste Bayer will die „fünfzig für die Gesundheit gefährlichsten Wildtiermärkte so schnell wie möglich schließen“. Viele davon liegen in China, und es bleibt abzuwarten, wie die dortige Regierung auf die Berliner Initiative reagiert. China ist seit Jahren der weltweit größte Importeur illegaler Wildtierprodukte von Rhino-Horn bis Pangolin-Schuppen. Sollte es Müller gelingen, die Chinesen davon abzubringen, so wäre ihm der Respekt aller Naturschützer gewiss.

Was allerdings den Stopp des Wildtierhandels angeht, so bleibt abzuwarten, was damit gemeint ist. Millionen Menschen in den Entwicklungsländern, darunter viele indigene Völker, leben auch von wildlebenden Tieren. Ihnen das zu verbieten, würde sie ins Elend stürzen. Es geht dabei deshalb eher um Nachhaltigkeit der Nutzung, als sie zu beenden. Auch in ländlichen Conservancies und den Pufferzonen der Nationalparks ist es sinnvoller, Wildtiere kontrolliert zu bejagen, als sie durch Ziegen und Rinder zu ersetzen.

Tieraktivisten und Tierrechtler fordern von der Bundesregierung hingegen einen Totalstopp von Jagd und Wildtierhandel. Solche einfachen Lösungen für komplexe Probleme sind allerdings nicht zielführend, sondern sogar kontraproduktiv. Sie hätten Armut, noch mehr Wilderei und einen weiteren Verlust an Artenvielfalt zur Folge.

Ob dem Bundesentwicklungsminister im Berliner Zoo klar war, wie dick das Brett ist, das zu bohren er angekündigt hat? rdb

Bild 1: Dorfwildhüter im südlichen Tansania haben in ihrem "wildlife management area" einen jungen Buschbock auf Grundlage einer Jagdquote erbeutet. Er wird im Dorf verwertet.

Foto: Rolf D. Baldus

Bild 2: Wildtiermarkt in Guangzhou: Hier werden unter anderem hochgiftige Tausendfüßler, streng geschützte Seepferdchen und Riesenschlangen sowie sündhaft teure Flossen vom stark gefährdeten Walhai angeboten

Quelle: Dietrich Jelden

Foto 3: BMZ Müller in Berlin (http://www.bmz.de/.../200520_pm_012.../index.html)

Weitere interessante Artikel

KENIA – Büffeljagden aus einer anderen Zeit

büffel kenia
Wolfgang Schenk | 18 Min. Lesezeit
Im zweiten Teil der Schilderungen seiner jagdlichen Erlebnisse in Kenia nimmt uns der Autor mit zur Büffeljagd. Das ganze Land steht ihm offen, doch am häufigsten zieht es ihn in die Aberdare Mountains, wo er einige spannende Erlebnisse mit wehrhaftem Wild hatte. Wenn man in Kenia lebte und zu ja...

Die Baldus-Kolumne - „Als Jäger wähle ich keine Partei, die ... "

baldus kolumne
Dr. Rolf D. Baldus | 0 Min. Lesezeit
Aber ich gehe zur Wahl und werde mich für eine demokratische Partei entscheiden, die sich auch für Jagd, Jägerinnen und Jäger einsetzt.“

MONGOLEI – Murmeltierjagd: Salat essen bei uns nur die Ziegen

mongolei murmeltier
Frank Riedinger | 10 Min. Lesezeit
Um ihren Eiweißhaushalt mit frischem Fleisch anzureichern, gehen die Nomaden der Mongolei traditionell auf Murmeltierjagd. In den offenen Flächen der Steppe haben sie einen besonderen Trick, um an die aufmerksamen Nager heranzukommen… In der westlichen Zentralmongolei treffe ich Anfang Oktober am...