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SÜDAFRIKA – Graue Böcke: Der Gipfel der Bergjagd

rehantilope südafrika bergjagd
Ludwig Siege | 23 Min. Lesezeit
Ein Artikel aus Ausgabe 10

Der etwas andere Rehbock

Vaal Rhebok, zu Deutsch Rehantilope: Kenner afrikanischer Jagd schwärmen von diesem grazilen Bergwild. Vor allem diejenigen, die körperlich herausfordernde Jagd suchen, sind immer wieder von den grauen Böcken, die auch Vaalies genannt werden, fasziniert. Und Vaalies rangieren im Stellenwert vieler Jäger ganz weit oben, sind sie doch durch ihre scharfen Sinne und ihre raue Lebensumgebung das vielleicht am härtesten zu erbeutende Wild Südafrikas.

Text und Fotos: Ludwig Siege

 

Als die holländischen Kolonisten im 17. Jahrhundert am Kap der Guten Hoffnung südafrikanischen Boden betraten, um für den Seeweg nach Indonesien eine Versorgungsstation zu errichten, trafen sie auf eine ihnen völlig unbekannte Fauna und Flora. Da sie praktische Menschen und keine Wissenschaftler waren, benannten sie das, was sie sahen, oft mit Namen ähnlicher, ihnen bekannter Arten der europäischen Heimat:

So wurde aus dem Oryx ein Gemsbok, die Hyäne zum Wolf und das Gnu zum Wildebeest, was so viel wie wildes Rind heißt. Die Roan wurde wegen ihrer Ähnlichkeit zur Oryx zum Basterd Gemsbok.

Andere Tiere wurden bildlich beschrieben: zum Beispiel die Rappenantilope als Swartwitpens (Schwarz-Weiß-Bauch), Blesbok und Bontebok nach ihrer Blesse und Farbzeichnung. Der Geier wurde zum Aasvogel.

Auf den windigen baumlosen Bergkuppen im Hinterland trafen sie auf eine seltsame Antilope, etwas größer als ein Reh, mit geraden spitzen Hörnern, riesigen Augen und grauem, wolligem Fell. Auf den ersten Blick hatte sie eine entfernte Ähnlichkeit mit den heimischen Rehen, deshalb der Name Rhebok. Das graue Fell führte zum Adjektiv „Vaal“, was auf Afrikaans grau bedeutet.

Wissenschaftlich wurde die Antilope zuerst 1790 beschrieben. Sie wurde zunächst aufgrund des Fells, aber auch wegen ihrer extrem gute...

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