Jagdzeit jetzt
Newsletter Anmeldung
Die Abmeldung vom Newsletter ist jederzeit möglich.

Natur verstehen – Unsere Wölfe – Population oder Bestand?

deutschland natur verstehen wolf
Ein Artikel aus Ausgabe 55

Text Prof. Hans-Dieter Pfannenstiel

Foto Adobe Stock (fotografie4you.eu)

 

Population und Bestand werden oft synonym verwendet. Es ist jedoch durchaus von Bedeutung, sie sauber auseinander zu halten. Gerade in der bei uns gegenwärtig heftig und oft emotional geführten Diskussion um den Wolf (Canis lupus) ist diese Unterscheidung von Bedeutung.

Biologen verstehen unter einer Population eine Gruppe von Angehörigen einer Art, die räumlich-zeitlich von anderen Artangehörigen isoliert ist. Zumindest potenziell müssen sich alle Individuen einer Population untereinander fortpflanzen können. Die Gesamtheit der Gene aller Individuen einer Population ist der Genpool. Populationen lassen sich also auch über den Genpool definieren. Im Zuge der bisexuellen Fortpflanzung werden die Gene einer Population ständig durchmischt. An anderer Stelle kann es eine weitere Gruppe derselben Spezies geben. Wenn die beiden Gruppen untereinander keinen Genaustausch haben, muss man von zwei distinkten Populationen ausgehen.

An diesem Beispiel lässt sich die Bildung neuer Arten im Laufe der Evolution gut veranschaulichen. In den Populationen einer Art treten ständig Mutationen auf, also veränderte bzw. neue Gene, die aber in den Populationen keineswegs identisch sind. Auf diese Weise verändern sich die Genpools von Populationen im Laufe der Zeit, bis sich schließlich solche Unterschiede etabliert haben, die gemeinsame Fortpflanzung unmöglich machen, selbst wenn Individuen zwischen den Populationen hin und her wandern könnten. Es sind damit zwei neue Arten entstanden. Ein gutes Beispiel dafür sind der Rothirsch (Cervus elaphus) in Europa und der Wapiti (Cervus canadensis) in Nordamerika mit seinen Unterarten (Maral) in Nordasien.

Beim Wild eines Jagdbezirks oder einer Hegegemeinschaft spricht man von Bestan...

Sie haben schon ein Abo? Jetzt anmelden ›
Sofort weiterlesen?
Jetzt Abo abschließen
... und sofort Zugang zu allen Ausgaben erhalten
PRINT Abo
PRINT Abo 85,00 € / jährlich
Erhalten Sie vier mal im Jahr eine hochwertige Ausgabe der Jagdzeit!
Mehr Erfahren
Beliebteste Option
PLUS Abo
PLUS Abo 85,00 € / jährlich
Sparen Sie 30%! Sie erhalten vier Jagdzeit Ausgaben im Jahr plus unbeschränkten Zugang zu allen Artikel in digitaler Form.
Mehr Erfahren
DIGITAL Abo
DIGITAL Abo 6,90 € / pro Monat
Erhalten Sie unbeschränkten Zugang zu allen digitalen Ausgaben – 7 Tage kostenlos testen!
Mehr Erfahren

Weitere relevante Artikel

Deutschland - Füchslein spring

deutschland erdhund fuchs hund
Eike Mross | 1 Min. Lesezeit
Für Niederwildjäger ist die Baujagd ein Muss. Doch es muss nicht nur bei Kunst- oder Naturbau bleiben, denn in der freien Landschaft werden Rundballenmieten mindestens genauso gerne vom Raubwild bezogen wie unterirdische Baue. Mit ein paar Terriern lässt sich dort schnell Strecke machen. Regen be...

Natur verstehen! Wölfe bejagen, aber bitte mit Köpfchen

natur verstehen wolf
Prof. Hans-Dieter Pfannenstiel | 5 Min. Lesezeit
Durch die Rückstufung des Schutzstatus der Art Canis lupus von „streng geschützt“ auf „geschützt“ hat die EU 2025 den Weg für reguläre und kontrollierte Bejagung Isegrims in allen Mitgliedsstaaten freigemacht. Eine weitere Unklarheit in diesem Zusammenhang hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) d...

Rehe im Klimawandel

natur verstehen
Prof. Hans-Dieter Pfannenstiel | 5 Min. Lesezeit
Unsere Erde ist vor etwa 4,6 Milliarden Jahren entstanden. Seitdem hat sie sich ständig verändert. Sowohl Pflanzen als auch Tiere müssen sich folglich an immer neue Umweltbedingungen anpassen. Evolutive Anpassungen hängen von spontanen, ungerichteten Veränderungen von Genen ab (Mutationen). Haben...