Jagdzeit jetzt
Newsletter Anmeldung
Die Abmeldung vom Newsletter ist jederzeit möglich.

Zwischen Waidgerechtigkeit & Sportsmanship

waidgerechtigkeit
Dr. Christian Willinger | 16 Min. Lesezeit
Ein Artikel aus Ausgabe 12

Waidgerechtigkeit nennen wir es im deutschen Sprachraum. Bei den Engländern heißt es Sportmanship. Doch was ist überhaupt unter Waidgerechtigkeit zu verstehen, also im Sinne der Begrifflichkeit deutsch geprägter Jagd. Ist die heutige Waidgerechtigkeit noch die unserer Großväter? Anhand von Beispielen aus der Historie blickt der Autor immer wieder nach England und Afrika, hierbei insbesondere auf das „Erongo Verzeichnis für afrikanisches Jagdwild“ – und vor allem über den Tellerrand. 

Text: Dr. Christian Carl Willinger |  Fotos: Archiv

 

Wenn wir über Waidgerechtigkeit in Afrika diskutieren, müssen wir zunächst einmal den Begriff klären. Das, was man nämlich in Deutschland noch bis vor zwei, drei Jahrzehnten traditionell unter Waidgerechtigkeit verstanden hat, war versehen mit geringen Beimengungen britischen Sportsgeistes, der sich Ende des 19. Jahrhunderts eingeschlichen hatte, wie etwa keine Infanteristen bei den Fasanen zu schießen oder auch nicht den Hasen in der Sasse.

Heute definiert sich deutsche Waidgerechtigkeit in erster Linie als Ökosystemgerechtigkeit und Tierschutzgerechtigkeit. Sportsmanship hat darin keine Bedeutung mehr.

Historisch gesehen sind Waidgerechtigkeit und sportsmanship zwei völlig unterschiedliche Konzepte. Gerade für Afrika mit seiner in weiten Teilen britischen Vergangenheit dürfen wir aber das deutsche Konzept nicht überbewerten.

Der Begriff der Waidgerechtigkeit hat sich in Mitteleuropa im Rahmen der Entwicklung einer bürgerlichen Jagdkultur, die ihre Wurzeln im Forstwesen des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts hatte, in bewusster Abgrenzung und Opposition zur prunküberladenen aristokratischen Jagdkultur des Spätabsolutismus herausgebildet. Die aristokratische Jagdkultur ihrerseits hat sich in Deutschland und Österreich im Laufe des 19. Jahr...

Sie haben schon ein Abo? Jetzt anmelden ›
Sofort weiterlesen?
Jetzt Abo abschließen
... und sofort Zugang zu allen Ausgaben erhalten
PRINT Abo
PRINT Abo 85,00 € / jährlich
Erhalten Sie vier mal im Jahr eine hochwertige Ausgabe der Jagdzeit!
Mehr Erfahren
Beliebteste Option
PLUS Abo
PLUS Abo 85,00 € / jährlich
Sparen Sie 30%! Sie erhalten vier Jagdzeit Ausgaben im Jahr plus unbeschränkten Zugang zu allen Artikel in digitaler Form.
Mehr Erfahren
DIGITAL Abo
DIGITAL Abo 6,90 € / pro Monat
Erhalten Sie unbeschränkten Zugang zu allen digitalen Ausgaben – 7 Tage kostenlos testen!
Mehr Erfahren

Weitere relevante Artikel

USA – One size fits all – ein Gewehr für alles

usa savage waffentest
Dr. Frank B. Metzner | 11 Min. Lesezeit
Ein Gewehr für (fast) alle Bereiche, kann das funktionieren? Ist das mehr ein frommer Wunsch, eine Idealvorstellung oder ein Werbeversprechen? Jagdzeit International testete mehrere Monate eine Savage Scout und stellt nachfolgend die Ergebnisse vor. Die Anhänger von Colonel Jeff Coopers Scout-Kon...

Namibia

namibia
3 Min. Lesezeit
Seit Jahrzehnten ist Namibia mittlerweile ein Dauerbrenner. Zum größten Teil ist die Jagd geprägt durch Farmen, die entweder reine Jagdfarmen sind oder die Jagd zusätzlich anbieten. Man jagt auf einheimische Arten wie Kudu, Oryx, Springbock, Warzenschwein, Eland und Hartebeest sowie weitere Antil...

Die vier Verräter im Revier II – Bewegung, Kontur, Farbe

Leseprobe die vier verräter
Christian Heinz | 13 Min. Lesezeit
Unser heimisches Schalenwild ist als Fluchttier mit einem sensationellen Gesichtssinn ausgestattet und kann einen sich annähernden Fressfeind bereits auf viele hundert Meter ausmachen. Warum funktioniert es aber dann doch, bis auf wenige Meter heranzukommen und Beute zu machen, ohne erkannt zu we...