Jagdzeit jetzt
Newsletter Anmeldung
Die Abmeldung vom Newsletter ist jederzeit möglich.

Editorial

editorial
Bernd Kamphuis | 4 Min. Lesezeit
Ein Artikel aus Ausgabe 9

Passion: verbindendes Element der Jäger. Weltweit.

Seit Stunden waren wir durch raue, ockerfarbene Canyons gepirscht, hatten vorsichtig um jede neue Geländebiegung geschielt. Es war kalt, regnete. Zwar wenig, aber seit Stunden. Wenn wir stehen blieben, um einen weiteren Gegenhang abzuglasen, pfiff uns scharfer Wind schneidend kalt um die Nase, was uns puterrote Gesichter am Ende des Tages bescheren sollte. An Wild waren wir bislang nicht herangekommen, hatten aber Fährten gefunden und drei Abwurfstangen verschiedener Maultierhirsche. Ein einzelnes Alttier war vor uns hochgeworden und abgesprungen. Die Büchse blieb den kompletten Tag unterladen, wie sie es auch in den zwei Tagen zuvor geblieben war. Wir hatten viele Kilometer zurück­ gelegt, ohne Beute gemacht zu haben. Und doch waren es schöne Tage, wir hatten Wild gesehen, manches nah, vieles fern. Die Hirsche waren alle ein wenig zu jung, einen Abnormen hatten wir am ersten Tag pardoniert.

Vielleicht kennen Sie das, wenn man zwar nichts erlegt hat, man aber trotzdem ein gutes Gefühl hat – das Gefühl, gejagt zu haben. Natürlich gehört die Beute dazu, denn ansonsten bräuchte man keine Büchse, sondern eher Joggingschuhe und Trainingsanzug und könnte auch ohne Jagd frische Luft inhalieren. Jagen verlangt auch nach Beute.

Und das Beutemachen ist eine starke Triebfeder. Wie sonst sollte man es erklären, dass man sich schindet, grimmige Kälte oder brütende Hitze und mit intensiver Jagd einhergehenden Schlafentzug freiwillig in Kauf nimmt. Vielleicht liegt es an der Ursprünglichkeit, am hautnahen Zugang zur Natur, sicher auch am angeborenen Beutetrieb. Durch das von eigener Hand gefallene Wild hat man den direktesten Bezug zum Leben. Der selbst herbeigeführte Tod, der Anblick des gefallenen, wunderschönen Wild...

Sie haben schon ein Abo? Jetzt anmelden ›
Sofort weiterlesen?
Jetzt Abo abschließen
... und sofort Zugang zu allen Ausgaben erhalten
PRINT Abo
PRINT Abo 85,00 € / jährlich
Erhalten Sie vier mal im Jahr eine hochwertige Ausgabe der Jagdzeit!
Mehr Erfahren
Beliebteste Option
PLUS Abo
PLUS Abo 85,00 € / jährlich
Sparen Sie 30%! Sie erhalten vier Jagdzeit Ausgaben im Jahr plus unbeschränkten Zugang zu allen Artikel in digitaler Form.
Mehr Erfahren
DIGITAL Abo
DIGITAL Abo 6,90 € / pro Monat
Erhalten Sie unbeschränkten Zugang zu allen digitalen Ausgaben – 7 Tage kostenlos testen!
Mehr Erfahren

Weitere relevante Artikel

Der Ernstfall – Der Bleibock

der ernstfall trophäe
Dr. Frank B. Metzner | 7 Min. Lesezeit
Hin und wieder wird mit Trophäen von Gastjägern Schindluder getrieben, das ist bekannt. Sei es, dass diese schlecht behandelt, ausgetauscht oder gar verschlampt werden. Dass man aber nachträgliche „Umbauten“ – damit die Abschussgebühren deutlich steigen – vornimmt, ist schon ein seltener Fall … D...

Künstler im Porträt – Graveur Ritchi Maier

kunst portrait
Bernd Kamphuis | 8 Min. Lesezeit
… musste sich im ersten Lehrjahr seiner Ausbildung fragen lassen, ob er nicht besser doch einen anderen Beruf ergreifen wolle. Zum Glück glaubte Richard Maier aber an sein Talent als Graveur und ist heute in der Weltspitze angekommen. Seine fotorealistischen Arbeiten sind global gefragt. Graviere...

NAMIBIA – Das Interview mit Falko Schwarz

interview namibia
Bernd Kamphuis | 8 Min. Lesezeit
Jagdzeit International: Du bist einer von sehr wenigen aktiven Berufsjägern in Namibia, die auf Großwild führen dürfen, bist zudem in der NAPHA tätig in der Großwild-Kommission. War es für dich als gebürtigen Deutschen schwierig, bis dorthin zu gelangen? Falko Schwarz: Der Weg dorthin war n...