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Nachgefragt – Interview mit dem Wildbiologen Ulrich Wotschikowsky

wolf interview
Bernd Kamphuis & Chris Eberhart | 5 Min. Lesezeit
Ein Artikel aus Ausgabe 11

Wölfe sind nicht gratis zu haben

Wölfe breiten sich in Deutschland aus, haben Teile des Ostens wieder zu ihrer Heimat gemacht. Da die Jungwölfe sehr weit streifen, stoßen sie auch immer wieder weit nach Westdeutschland vor. Wie ist es also zurzeit um die Wölfe in der BRD bestellt?

 

Jagdzeit: Wie viele Wölfe gibt es zurzeit in Deutschland und in welchen Regionen?

Ulrich Wotschikowsky: Im vergangenen Winter waren es 14 Rudel, davon elf in der Lausitz im Osten von Sachsen und Brandenburg, plus mindestens zwei bestätigte territoriale Paare. Die genaue Zahl der Wölfe lässt sich nicht feststellen, aber mit 120 bis 140 Tieren liegt man wohl richtig.

Verhindert das historisch gewachsene Bild des „bösen Wolfes“ noch heute einen objektiven Umgang mit den Grauhunden?

Ja, sehr. Dieses Bild speist sich aus der mündlichen Überlieferung, die weit ins Mittelalter zurückreicht. Es ist wahr, dass Wölfe damals durchaus auch Menschen getötet haben, und das waren nicht immer nur tollwütige Wölfe.

Stellen Wölfe eine Gefahr für Menschen dar, ist es gerechtfertigt, dass Eltern ihre kleinen Kinder nicht mehr im Wald spielen lassen?

Unter den heutigen Bedingungen sind Wölfe in Europa keine Gefahr mehr für Menschen. Wäre es anders, würden wir aus Spanien – über 2000 Wölfe – oder aus Italien – etwa 700 Wölfe – immer wieder einmal von Übergriffen hören. Den Wald halte ich mit und ohne Wölfe für einen der sichersten Kinderspielplätze, den man sich vorstellen kann.

Deutschland ist dicht besiedelt. Was sagen Sie zum oft gebrachten Argument gegen die Ausbreitung der Wölfe, dass Deutschland zu dicht besiedelt sei und für den dauerhaften Verbleib der Wölfe ungeeignet?

Das sollten wir den Wölfen selber überlassen. Sicherlich wird es umso mehr Verkehrsverluste geben, je weiter sic...

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